Montag, 4. Januar 2010

Teufelskreis


Meine zweijährige Umschulung zum Kaufmann im Gesundheitswesen habe ich Anfang 2006 erfolgreich abgeschlossen. Die Arbeitgeberschar war darüber so begeistert, dass sie vor lauter Begeisterung bis heute "vergessen" hat, mir eine sozialversicherungspflichtige Stelle anzubieten. Seitdem bin ich erwerbslos und muss von Arbeitslosengeld II leben - nach Abzug meiner Mietkosten bleiben mir noch happige 359 Euro monatlich zum Überleben.

Das hat seither zur Folge, dass ich von vielen angenehmen und schönen Dingen des Lebens ausgeschlossen bin. Stellvertretend möchte ich nur Kultur, Urlaub und Freundschaft(en) erwähnen. Gemeinsames Aufeinander-Zugehen mit Menschen, die etwas Mehr zum Leben haben als ich, ist zur absoluten und schmerzlichen Ausnahme geworden.

Das lässt sich aus meiner Sicht nur lösen, indem ich eine sozialversicherungspflichtige Stelle finde. Hätte ich eine Stelle, wäre dieses Problem gar nicht akut. Es gibt zwar Menschen, die da Glück haben, aber dieses Glück darf nicht verallgemeinert werden, weil es für die große Zahl von länger Erwerbslosen so gut wie unmöglich geworden ist, wieder in den Beruf zu kommen. Und dafür sind nicht die Betroffenen verantwortlich, sondern die "verantwortlichen" Polit- und Wirtschaftsmanager.

Hätte ich Arbeit, wäre ich in diesen für mich so wichtigen Lebensbereichen nicht ausgeschlossen. Hätte ich nicht einen Menschen, der mir sehr hilft, diese Benachteiligung immer wieder abzufedern, wäre ich sehr schlimm dran.

Es ist immer wieder ein schmerzhaftes und bitteres Gefühl, wenn dieses finanzielle Missverhältnis gegenseitige Sympathie nicht wachsen lassen kann aus der auch für nachvollziehbaren Angst vor einer Beziehung mit einem Sozialfall. Bitter, brutal, Menschen verachtend, aber dennoch Alltag (nicht nur für mich).

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