Freitag, 22. Januar 2010

Eine "neue Dimension" der Gewalt


Wenn immer wieder Menschen grundlos überfallen werden - wie aktuell in Solingen, wo ein 17- und ein 77-Jähriger zu Opfern wurden -, so ist das keine "neue Dimension" der Gewalt, sondern schon seit vielen Jahren zunehmender Alltag. Wir sind heute nur feinfühliger gegen diese Art von Gewalt geworden.

Diese Art von Gewalt daher als "neue Dimension" zu bezeichnen, ist schlichtweg heuchlerisch und durch und durch verlogen. Um hier keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Auch ich verabscheue und verurteile Gewalt grundsätzlich. Doch was ist mit der Gewalt eines Roland Koch von der CDU-FDP-Spitze Gnaden, der wirtschaftliche, politische und soziale Gewalt gegen Arbeitslose verbreiten darf, ohne dass sich auch nur ein Staatsanwalt, Politiker und wer sonst so immer "gegen" Gewalt sich ausspricht bemüßigt fühlt, gegen einen solchen "Verbrecher im weißen Kragen" juristisch vorzugehen!?! In meinen Augen und nach meinem Dafürhalten ist Roland Koch ein Krimineller, der auf Grund seines Status unbestraft Volkshetze betreiben darf - denn auch Arbeitslose gehören zum Volk (man lese, höre und staune). Erst heute habe ich noch im Bus die Sätze gehört: "Die Arbeitslosen sind doch faule Schweine. Die wollen doch gar nicht arbeiten gehen." Es gibt genügend Menschen, bei denen die Hetze des Roland Koch auf fruchtbaren Boden fällt. Es ging einmal der Spruch durchs Land "Wehret den Anfängen!" Welchen Anfängen?

Auch wenn es heißt, dass Roland Koch auch aus den eigenen Reihen kritisiert wird, so halte ich diese Kritik für verlogen. Wäre sie ehrlich gemeint, so wäre Koch schon längst nicht mehr auf seinem Posten. Aber die CDU und ihre Kreise brauchen ihr Fußvolk, das die Drecksarbeit für sie macht. Mit dieser unehrlichen Kritik will die CDU (und klammheimlich sicherlich auch die FDP) sich nur einen sozialen Mantel umhängen, um die NRW-Landtagswahlen am 09. Mai des Jahres zu gewinnen, um anschließend die Hetze ihres Kanalarbeiters in die Tat umzusetzen.

Noch ein Wort zum Begriff Gewalt: Es ist eine perverse politische und juristische Denk- und Handlungsweise, dass körperliche Gewalt gegen Menschen und Sachen(!) strafbar ist, jede andere Form von Gewalt (z.B. Hartz IV, Mobbing, Entlassungen usw.) straffrei ist oder nur unter äußerst schwierigen Bedingungen für die Opfer zu deutlichen und nachhaltigen Strafen für die Täter (im weißen Kragen) führt.

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