Mittwoch, 16. Dezember 2009

Mein Leben im Griff haben


Ich habe mein Leben nicht im Griff. Und ich will es auch gar nicht im Griff haben. Was man im Griff hat, kann sich nicht von der Stelle bewegen. Und es kann sich auch im Griff nicht bewegen. Es ist gefangen und ohne Möglichkeit auf Wachstum und freie Entwicklung. Es bleibt, wie es ist, entwickelt sich langsam zurück und vermodert irgendwann einmal. Und dann ist das, was ich im Griff habe - und ich spreche hier von meinem Leben - nicht mehr vorhanden.

Darum gestehe ich mir auch Fehlgriffe zu, Fehlentscheidungen, falsche Einschätzungen von Situationen und Menschen. Und das nicht nur meinen Mitmenschen gegenüber, sondern vor Allem auch mir selbst. Ich betrachte das als ganz und gar nichts Schlechtes, sondern als beständige Möglichkeit, meine bisherigen Lebenserfahrungen zu stabilisieren und auch zu hinterfragen. Das gibt mir immer wieder Anstoß und Kraft, mich allen inneren und äußeren Wirren zum Trotz nach Vorne zu entwickeln, Bewährtes zu erhalten, Neues zu probieren, mich zu irren und daraus zu lernen.

1 Kommentar:

  1. Hallo Gerhard,
    ich kann es nicht lassen...
    "Sich im Griff haben" ist vielleicht die falsche Ausdrucksweise, jedoch manchmal muß ich mich im Griff haben...denke sonst würde ich das eine oder andere Mal meine gute Kinderstube vergessen haben.
    Das gilt für Situationen ebenso wie für Menschen.
    Vorallem bei den überheblichen Personen, die vergessen wie nah sie selbst vor dem beruflichen Aus stehen.
    Kommt mir eine Zeile in den Sinn....
    Letztes jahr stand ich am Abgrund,
    in diesem Jahr bin ich einen Schritt weiter.

    Denke so manches werde ich "im Griff behalten".

    Herzlichen Gruß
    Fenja

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