Donnerstag, 8. Oktober 2009

Rettende Trennungen


Schwierigkeiten in Beziehungen kennt wohl jeder. Und es kommt immer darauf an, wie man mit diesen Schwierigkeiten umgeht. Das nach meinen Erfahrungen wichtigste Mittel ist die Sprache - und ich rede hier in aller erster Linie von der gesprochenen Sprache. Diese Schwierigkeiten müssen an- und ausgesprochen werden, damit beide Partner wissen, was der/die Andere denkt und fühlt. Und es ist allemal sinnvoller, auch Schwieriges und mitunter Verletzendes auszusprechen als es unter den Teppich zu kehren. Schwierigkeiten lassen sich nicht durch Schweigen lösen - Schweigen zementiert Schwierigkeiten solange, bis dass es nicht mehr möglich ist, den Betonsockel noch aus seiner Verankerung zu lösen.

Das gesprochene Wort führt nicht immer zum gewünschten Erfolg. Und wenn es zum Erfolg führt, beruht es in der Regel auf einem Kompromiss - einer Lösung, mit der Beide zufrieden sind oder die es Beiden ermöglicht, die Schwierigkeiten in die gelebte Beziehung einzubeziehen, ohne dass Einer darunter leidet.

Nun gibt es auch Entwicklungen (wie ich sie erlebt habe), in denen auch viel sprachlicher Austausch zu keiner Lösung bzw. zu keinem Weg führt, den Beide gemeinsam gehen können. In einer solchen Lage ist der beidseitige Mut angesagt, die gemeinsame Beziehung aufzulösen zugunsten einer Beziehungsstruktur, die eine vertrauensvolle Freundschaft dennoch ermöglicht. Ein solcher Schritt ist nicht von Heute auf Morgen umzusetzen, ist jedoch auf jeden Fall besser, als sich für immer zu verlieren.

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