Montag, 17. August 2009

Der Wert von Freundschaft


Viele Menschen reden von Freundschaft und meinen doch nur oberflächliche Plauderei. Und wenn Hilfe gebraucht wird, sind sie nicht da. Ich bin sogar davon überzeugt, dass für Viele dieser Menschen selbst Kneipenbekanntschaften echte Freundschaften sind. Doch ist das nicht meine Welt. Dann lebe ich lieber alleine als mich mit falschen Freunden zu umgeben.

Wirkliche Freunde - Menschen, die in jeder Situation zu mir stehen und die für mich da sind, wenn ich sie brauche - habe ich in meinem Leben nur sehr wenige erlebt. Und diese Freundschaften waren sehr intensiv und die Verluste haben sehr geschmerzt. Dazu gehören nicht nur Lebenspartnerinnen, sondern auch mein einziger und bester (Schul-)Freund, mit dem die Freundschaft auseinander ging, als wir räumlich unterschiedliche Wege gingen. Vor etwa zwei Jahren haben ich seine Anschrift ausfindig gemacht; doch auf meine verschiedenen Versuche, den Kontakt wieder aufzunehmen, hat er gar nicht reagiert.

Die Wichtigkeit und den Wert von Freundschaften habe ich bedauerlicherweise ausschließlich außerhalb meiner Familie kennen gelernt. In unserer Familie gab es nie (zumindest aus meiner Sicht, meine Schwester und mein Bruder sehen das etwa Anders) herzliche Gefühle, kein Zusammenhalten, kein Netz und keinen doppelten Boden, keine hilfreichen Gespräche und keine Feinfühligkeit.

Ich weiß, dass es nicht immer einfach mit mir ist - auch für mich selbst. Meine Lebenserfahrungen formuliere ich hier in meinem Gedankenbuch und auch im realen Leben. Selbst aus meinen nicht immer leicht verdaulichen Erfahrungen versuche ich, das Positive heraus zu arbeiten und mich so zu befähigen, auch weiterhin aktiv am Leben teilzunehmen.

Im Grunde meines Herzens bin ich davon überzeugt, dass es doch gar nicht so schwierig sein sollte für Menschen in meinem Alter, in Freundschaft zueinander zu finden und diese Freundschaften zu vertiefen. Doch haben wir auch unsere Verletzungen, die wir nicht wiederholen wollen und vermögen so manches Mal nicht zu sehen, wo es sich lohnt, das Abenteuer Freundschaft oder gar das Abenteuer Liebe gemeinsam zu wagen und zu gestalten.

Wagen wir es, diesen Abenteuern mehr Gelegenheiten zu geben, sie zu wagen und zu gestalten!

1 Kommentar:

  1. Freunde.
    Freunde sind manchmal völlig fremde Menschen, die man noch nicht lange kennt, mit denen man sich noch nicht eine einzige Nacht um die Ohren geschlagen hat - Menschen, für die man selbst noch gar nichts getan hat. Aber sie helfen dir.

    Die anderen, von denen du es erwartest, tun es merkwürdigerweise nicht. Manchmal liegt die Enttäuschung schon in unserer Erwartung begründet. Manchmal haben wir vielleicht selbst zwar 'Nehmerqualitäten' gehabt und das Geben außer Acht gelassen? Es kann viele Gründe haben, wenn Erwartungen enttäuscht werden. Man beginnt zu lernen, dass man sich selbst erst einmal bester Freund sein muss, um anderen Freund zu sein. Nur wenn ich mit mir im Reinen bin, hab ich Kraft, etwas abzugeben. Wenn sich die Situation nicht ändern lässt, muss ich den Blickwinkel ändern.

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