Sonntag, 26. Juli 2009

Wirtschaftskrise und Preiserhöhungen


Wir haben keine Wirtschaftskrise, weil es der Wirtschaft nach wie vor gut bis blendend geht. Und die Wirtschaft ist auch kein namenloses Gebilde, sondern hat Namen, Anschriften, Telefonnummern, Email-Adressen, eigene Häuser und hoch bezahlte Anwälte. In der Krise leben die armen und unter bezahlten Menschen in diesem Land, die mangels Kapital keine gute Beziehungen zu einflussreichen Politikern und unserem Justizapparat haben, die sich keine eigenen Häuser leisten können und auch keine Rechtsanwälte. Und die ihre Probleme auch nicht "mal eben" mit einigen Euro oder sonstigen Begünstigungen lösen können.

Und dennoch können es sich die Wirtschaft und auch der Einzelhandel und die Gastronomie leisten, ihre Preise zu erhöhen: hier mal 10 Cent mehr, dort mal 30 oder 50 Cent mehr - es sind nicht die einzelnen Beträge, sondern die Gesamtheit aller Preiserhöhungen, die uns Langzeitarbeitslosen das Leben schwer machen. Es ist schon schwierig genug, als Langzeitarbeitsloser über die Runden zu kommen. Und das in einer Zeit, in der Armut und ein Leben an der Armutsgrenzen für sehr viele Menschen ein alltägliches Problem ist, das sehr belastend ist.

Diese Preiserhöhungen zeigen doch klar und eindeutig, dass es diesen Selbständigen blendend geht, weil es im Dienstleistungsgewerbe doch immer wieder heißt, es sei von seinen Kunden und Gästen abhängig. Offensichtlich ist das auch nur ein gern verbreitetes Gerücht: Mit Preiserhöhungen hält man keine Gäste und keine Kunden, zumindest nicht die armen und wenig verdienenden Gäste und Kunden.

Doch sind diese Menschen nicht schon lange durch Niedriglöhne, Rentenkürzungen, kaum noch bezahlbare Gesundheit und Abbau von sozialen Leistungen bei gleichzeitigen Milliarden-Subventionen für die Wirtschaft abgeschrieben und in der Müllverbrennungsanlage für "Sozialen Sondermüll" entsorgt?!?

Ich wünsche, ich würde mich irren!!!
Stirbt die Hoffnung wirklich grundsätzlich zuletzt???

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