Freitag, 17. April 2009

Vertrauen


Für mich ist es ein wunderbares, beruhigendes und stärkendes Gefühl, charakterstarken und achtungswürdigen Menschen zu vertrauen und von diesen Menschen als vertrauenswürdig angesehen und geachtet zu werden.

Wenn ich mein Leben rückwirkend betrachte, so bin ich in einer Zeit aufgewachsen, in der Werte wie Offenheit, Ehrlichkeit, Vertrauen, Vertrauenswürdigkeit, Loyalität, Natürlichkeit für mich noch gelebte und gefühlte Werte waren. In dem Verlauf bis heute kenne ich sie mehr aus der Theorie als aus dem täglichen realen Leben.

Auch habe ich viele Jahre Berufstätigkeit hinter mir, in denen noch für Persönliches und Zwischenmenschlichkeit Platz war und gepflegt wurden. In den kurzfristigen Jobs meiner letzten Jahre habe ich davon nichts mehr gespürt.

Die Verrohung der Achtung voreinander geht einher mit der sozialen, politischen und wirtschaftlichen Brutalisierung unserer Gesellschaft. Berufliche Solidarität gibt es schon lange nicht mehr: Jeder ist sich mehr als je zuvor selbst der Nächste und die Missachtung und Benachteiligung der langzeitarbeitslosen Menschen ist trotz zwanzigjähriger Massenarbeitslosigkeit noch lange nicht in den Reißwolf gewandert.

Glücklicherweise gibt es immer noch sehr viele arbeitende, arbeitslose und nicht mehr arbeitende Menschen, die sich der großen Politik zwar entzogen haben - dazu gehöre auch ich -, aber sich dennoch tagtäglich um Vertrauen, Vertrauenswürdigkeit und ein von Mitmenschlichkeit getragenes Miteinander bemühen.

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