Samstag, 21. März 2009

Gedanken zum Mindestlohn


Im Grunde genommen ist der Mindestlohn eine vorteilhafte Regelung; doch sichert er den Betroffenen wirklich ihre finanzielle Lebensgrundlage? Solange er nicht mit einer Preisbindung gekoppelt wird, ist er in der Folge genauso wirkungslos wie eine Gehaltserhöhung, die durch Preissteigerungen wieder zunichte gemacht wird. Ob Tarif- oder Mindestlohn - Lohnsteigerungen müssen erkämpft werden, Preissteigerungen können von den Unternehmern mit einem Telefonanruf oder Änderung in der entsprechenden Datei vorgenommen werden. Lohnkämpfe werden durch Politiker behindert, Preiserhöhungen von denselben Politikern stillschweigend oder durch Lobbyismus gefördert.

Frage: Welchen Nutzen haben (Langzeit-)Arbeitslose vom Mindestlohn?
Antwort: Keinen
Grund: Die Gewerkschaften kämpfen bei Lohn- und Gehaltskämpfen immer nur für die noch Beschäftigten und sind (zur Zeit noch?) blind für die Gemeinsamkeiten.

Gewerkschaften und Sozialverbände wollen in den schon laufenden Wahlkämpfen die Forderung nach dem Mindestlohn in den Mittelpunkt stellen und die Politiker, die ja gerne gewählt werden wollen, nach ihren Meinungen zum Mindestlohn fragen. Was soll denn das? Kann mir einer auch nur einen Wahlkampf nennen, in dem die Wähler nicht belogen worden sind? Diese Frage hat der SPD-Spitzen-Politiker Franz Müntefering schon am 29. August 2006 beantwortet mit den Worten, es sei "unfair", Politiker an ihren Wahlkampfversprechen zu messen. Welch wahren Worte aus professionellem Munde!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen