Samstag, 7. Februar 2009

Sich an einen Tisch setzen . . .


. . . und Probleme und Streitigkeiten wie vernünftige Menschen bereinigen. Das klingt klug und selbstverständlich und ist es oft nicht:

Da wird verdrängt, bis dass keiner mehr das ursächliche Problem sieht. Und wenn es dann kracht, streitet man über Nebensächlichkeiten und der Tisch ist weit entfernt.
Da wird selbst ein Gespräch abgeschmettert unter dem Vorwand, man wisse doch ohnehin, was der andere denkt und sagt. Und stellt man irgendwann seinen Irrtum fest, so gesteht man seinen Fehler nicht ein.
Da werden Probleme im stillen Kämmerlein geregelt und irgendwann wundert man sich dann, dass die Mitmenschen die eigene, einsame Entscheidung nicht mittragen.
Da werden von den Regierungen Gesetze gegen das eigene Volk gemacht und das Volk ist unfähig und unwillens, sich - sofern es dieses Unrecht überhaupt erkennt und am eigenen Leib spürt - gemeinsam zu wehren: Das war schon immer so und Da können wir eh nichts machen sind immer gern geäußerte Vorwände, um nichts zu tun.
Da setzen sich bestimmte Kreise immer mal wieder an einen Tisch. Aber nicht, um Lösungen zu suchen, sondern um den Menschen den Sand in die Augen zu streuen, man täte doch etwas und bemühe sich - fragt sich nur, um was.

Sich an einen Tisch setzen, um nach vernünftigen Lösungen zu suchen, können ohnehin nur Menschen, die sich auf gleicher Augenhöhe bewegen. Und die Lösung wird es in den wenigsten Fällen geben. Es wird in der Regel um Kompromisse gehen, die oft nicht leicht zu finden sind und von allen Beteiligten Charakterstärke und Sachverstand verlangen. Kompromissbereitschaft alleine reicht nicht, es muss auch ein hohes Maß an Kompromissfähigkeit vorhanden sein, Toleranz, gelebtes Verständnis und gegenseitige sachliche und menschliche Achtung.

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