Freitag, 23. Januar 2009

Unsere Nachbarn nicht vergessen!


Als im Herbst 2007 die Mönche in Burma die Militärs das Fürchten lehrten, war die Weltpresse mit ihrer Berichterstattung zur Stelle und hat ausführlich berichtet. Doch jetzt - knapp fünfzehn Monate später - sind die Menschen in Burma wieder vergessen. Die Militärdiktatur unterdrückt nach wie vor in brutalster Weise das burmesische Volk. Und die freie und zivilisierte und westliche Welt gibt dieses Volk wieder den herrschenden Militärs preis. Es gibt ja dort weder Öl (Irak) noch Eisen- und Kupfererze, Erdgas, Kohle und Halbedelsteine zu verteidigen (Afghanistan).

Für den Weltpolizisten USA (vielleicht praktiziert der neue US-Präsident Obama auch hier eine bessere Politik) und seine befreundeten Regierungen waren von Militärdiktaturen unterdrückte Völker noch nie ein Grund zum Eingreifen. Militärdiktaturen wurden und werden nicht als Terroristen gesehen, die es zu bekämpfen gilt. Für zu bekämpfende Terroristen gelten ganz andere Maßstäbe.

Nun mag der ein oder andere einwenden, Burma sei weit weg und ginge ihn nichts an. Im Zeitalter von Kampfjets mit fast Schallgeschwindigkei, weit reichenden Raketen und deutschen Unternehmen überall in der Welt sind wir alle Nachbarn und zu gegenseitiger Achtung und damit verbundener Rücksichtnahme verpflichtet.
Die US-amerikanische Bürgerrechtlerin Angela Davis soll während ihres Gefängnisaufenthalts auf die Frage "Was können wir im Ausland für Dich tun?" geantwortet haben "Kämpft in Eurem Umfeld für Gerechtigkeit!".
Das sehe ich genau so und gestatte mir, diese Aussage auch als allgemein gültig zu betrachten: In meinem Umfeld arbeiten und kämpfen und dabei immer meinen Blickwinkel weit über mein Gesichtsfeld hinaus offen halten. Es gibt dafür auch das Schlagwort Global denken - lokal handeln.

Wer mehr über Burma und seine Menschen lesen möchte, dem empfehle ich das Blog Burma Berichterstattung des engagierten Schweizer Journalisten Jonas M. Lanter, der seit fast zwanzig Jahren Burma bereist und über dieses abgeschottete Land berichtet.

1 Kommentar:

  1. Lieber Gerhard. Vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht über Burma. Es freut mich sehr, dass Du ein Sprachrohr für die unterdrückten Seelen auch in Deutschland bist. Nicht nur in Burma leiden die Menschen weiterhin; nein, auch hier in Europa wird es "frostiger". Ich drücke Dir bei Deinem unermüdlichen Einsatz viel Kraft und Gesundheit. jonas http;//Birmaberichterstattung.blogspot.com

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