Sonntag, 11. Januar 2009

Eine Kinderträne


Der russische Schriftsteller Fjodor Dostojewski hat einmal gesagt

Wenn wegen einer Idee auch nur eine Kinderträne vergossen wird,
dann ist es keine gute Idee.

Tagtäglich sehr viele Kindertränen - seien sie offen oder innerlich geweint - zeugen von sehr vielen schlechten Ideen:
  • Kinder, denen von Wirtschaft und Politik keine ausreichenden Kindergarten- und Kinderkrippenplätze zugestanden werden,
  • Kinder, die weder genügend Kleidung noch genügend Essen haben, weil ihre Mütter zu Hartz IV-Betroffenen degradiert werden,
  • Kinder, die von ihren Eltern und unserem fürsorglichen Staat vernachlässigt werden,
  • Kinder ohne Eltern, die in Heimen aufwachsen müssen,
  • Kinder, die in Kriegen verstümmelt werden,
  • Kinder, die auf der Flucht sind,
  • Kinder, denen die Schulbildung verweigert wird und die zu harter Arbeit gezwungen werden,
  • Kinder, die als Kindersoldaten missbraucht werden - widerlichstes und abschreckendstes Beispiel ist die Militärdiktatur in Burma, die weltweit die meisten Kinder als Soldaten missbraucht und in den Tod schickt,
  • Kinder in armen Ländern, die krank sind und denen von den Regierungen und der Pharmaindustrie ausreichende Gesundheitsfürsorge und -vorsorge verweigert wird.
Haben ich weinende Kinder hier vergessen?

Kommentare:

  1. Lieber Gerhard,

    alle Themen, die du aufgreifst, sind wichtig und richtig! So auch das obige. Wobei..., wir werden niemals in der Lage sein, alle Kindertränen zu vermeiden! Wir werden es nicht hinkriegen, die Menschen zu einen, sie dazu zu bringen, das, was sie so einzigartig macht -ihr Verstand, ihr Denkvermögen- im Sinne aller Menschen vernünftig zu nutzen!

    Das sind Wunschträume, die sich immer nur in kleinen Teilbereichen realisieren lassen.

    Nstürlich sollte man aufmerksam sein und Verbesserungen durchzusetzen versuchen. Aber man sollte sich auch der Realität stellen!

    Und nun noch ein paar Worte zu all deinen Blogs:

    Es ist mit Sicherheit sinnvoll und gut, dass du kritisch durch die Welt gehst. Aber..., es gibt doch auch schöne Dinge! Kleinigkeiten, die manchmal dafür sorgen, dass der Tag gut beginnt oder gut verläuft. Auch sie sind es wert, dass man sie wahr nimmt, dass man sich ihnen öffnet.

    Bei mir stellt sich ein Hochgefühl ein, wenn mich ein Kind unbeschwert anlacht, oder wenn mein freundliches "guten Morgen" auf der Straße nett erwidert wird. Auch das sind Dinge, die Gedanken wert sind! Auch sie sind es wert, darüber zu schreiben, weil sie einen Teil unseres Lebens ausmachen. Das sind die kleinen Glücksmomente, die wir oft gedankenlos oder in unsere Sorgen versunken, gar nicht wahr nehmen. Und damit berauben wir uns eines ganz wichtigen Stücks unseres Lebens.

    Anita

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  2. Liebe Anita,

    ich will die Menschen so einzigartig und so facettenreich lassen wie sie sind. Ich wünsche mir aber wesentlich mehr gegenseitige Achtung.

    Die kleinen Glücksmomente kommen auch in meinem Blog vor, aber viel zu selten. In letzter Zeit bin ich dabei, verstärkt über sie zu schreiben. Mir fällt es leichter (leider!) über die unangenehmen Dinge zu schreiben als über die angenehmen. Ich werde auch nach wie vor über die negativen Dinge schreiben, weil auch sie zum Leben gehören, aber gleichzeitig versuchen, all dem Schönen, das ich erlebe, mehr Platz einzuräumen.

    Doch auch all meinen Einträgen zu den weniger angenehmen Dingen des Lebens versuche ich immer auch etwas Zuversichtliches abzugewinnen. Denn wenn ich nur negativ drauf wäre, gäbe es mein Blog nicht und wahrscheinlich mich auch nicht (mehr). Trotz aller Schicksalsschläge war mein Lebensmut schon immer ungebrochen. Näheres dazu habe ich in der Seitenleiste unter der Überschrift "Über mich" geschrieben.

    Vielleicht hat mein Denken auch ein Stück seine Ursache darin, dass in meiner (biologischen) Familie sehr viel bis eigentlich fast alles unter den Teppich gekehrt wurde. Und ich bin immer noch auf der Suche nach dem goldenen Mittelweg.

    Einen lieben Gruß an Dich
    Gerhard

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