Samstag, 17. Januar 2009

Das Gejammer der Reichen


Da jammern reiche Menschen, die zum Teil über Millionen oder Milliarden in ihrer privaten Tasche verfügen, über das Zusammenbrechen "der Konjunktur" und verschweigen zugleich, dass sie selbst sehr aktiv und trickreich an diesem Zusammenbruch mit gewirkt haben. Sie fordern sogar noch von der ihnen sehr verbundenen Bundesregierung Finanzspritzen, die ihnen diese Regierung gehorsam auch gewährt - man möchte es ja gerne mit einem hoch dotierten Stuhl in diesen Wirtschafts- und Industrieunternehmen gedankt wissen. Und was ist die Konsequenz für diese Finanztrickser und -jongleure? Sie sind weiterhin geachtet, anerkannt und auch der Verlust von einigen Hunderttausend oder Millionen Euro nimmt ihnen nichts von dem Luxus und der Macht, die sie schon lange für sich beanspruchen.

Und was mache ich als langzeitarbeitsloser Mensch? Ab und zu jammern - okay. Aber ich belasse es nicht beim Jammern und Betteln, sondern nehme mein Leben eigenverantwortlich in meine Hände. Tagtäglich muss ich an den verschiedensten Fronten kämpfen, nicht nur um "einfach" zu (über)leben, sondern auch um die Kraft und das Gefühl für die kleinen Glücksmomente im Leben noch zu sehen, zu spüren und in mich hinein zu lassen.

Und dennoch muss ich auch immer wieder schmerzhaft erfahren, dass ich trotz meiner Lebensenergien und meines eigenverantwortlichen Handelns ausgeschlossen werde, weil ich wegen meiner mangelnden Finanzen (monatlich nach Abzug von Miete 351 Euro) ja ohnehin nichts mitmachen kann - nennen möchte ich hier stellvertretend nur Kultur und Reisen. Und das häufig von Menschen, denen es auch nicht gerade sehr viel besser geht als mir.

Und dabei ist es gerade mir nur zu sehr bewusst, dass materielle Gemeinsamkeiten schwierig zu verwirklichen sind, wenn einer (gut) verdient und der andere nicht. Und ich suche nicht im mindesten Menschen, die mich finanzieren, weil ich so weder denke noch fühle und es auch gar nicht leben kann. Aber mich wegen meiner finanziellen Mängel abzulehnen und meine charakterlichen Stärken nicht sehen zu wollen - das schmerzt immer wieder!

(Geschrieben mit sehr viel Wut im Bauch, aber ohne jede Resignation und Schwarzmalerei.)

1 Kommentar:

  1. Lieber Gerhard.
    Dass Du nicht resignierst, ist gut so.
    Denn genau wegen Deiner charakterlichen Stärke schätze ich Dich sehr. Und dass Du nicht zu den 'Gutbetuchten' gehörst, macht Dich umso mehr symphatisch.
    Ich selbst habe viel Respekt vor Menschen wie Dir, die zu ihrem Schicksal stehen und nicht resignieren.
    Mach weiter so!

    jonas , Dein guter Freund aus der Schweiz

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