Montag, 3. November 2008

IG Metall streikt gegen Arbeitslose


Und wieder befindet sich eine Gewerkschaft im Tarifkampf. Und wieder wird nur um höhere Löhne für die noch Beschäftigten gekämpft. Und wieder wird der Zusammenhang zwischen Arbeit und Arbeitslosigkeit außen vor gelassen. Ich halte die Gewerkschaften nicht für so dumm, das nicht zu sehen. Darum kann ich daraus nur schlussfolgern, dass die Gewerkschaften sich wieder mal und immer noch in einer hilflosen Verteidigungshaltung befinden, aus der sie sich einfach nicht lösen wollen - und ich bin davon überzeugt, dass sie es können, wenn sie nur mal wieder zu ihren Wurzeln zurückkehren würden.

In diesen Tarifkämpfen werden die Augen davor verschlossen, dass die Forderung nach Neueinstellung von arbeitslosen Menschen in künftigen Tarifkämpfen ein unabdingbares Muss ist, ohne das sich die Gewerkschaften nicht in eine lebenswerte Zukunft für Alle entwickeln können. Selbst unter den noch Beschäftigten gibt es sehr viele Niedriglöhner und Arbeitnehmer, die ergänzend von Arbeitslosengeld II leben müssen. Und es gibt Millionen von Hartz IV-Betroffenen und ihre Familien, die auf dem besten Weg sind in die Grundsicherung, wo sie mit den zuletzt genannten Gruppen in einem Boot sitzen.

Und davor wollen die Gewerkschaften die Augen und ihre Sinne verschließen? Wir reden heute über mehr Lohn für die noch Beschäftigten und über Boni für die Millionäre und übersehen dabei geflissentlich, dass die Altersarmut mit großen Schritten auf uns zukommt und für viele ältere Menschen schon Alltag ist.

Die Gewerkschaften - und hier insbesondere IG Metall und ver.di (mit Unterstützung der DGB-Spitze) - sind mitverantwortlich für das Armutsprogramm Hartz-Konzept. Und sie sind nach wie vor uneinsichtig und stellen sich nicht ihrer Verantwortung. Die Gewerkschaften müssen endlich wieder zu ihrem Ursprung finden und agieren statt ewig nur zu re-agieren!

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