Donnerstag, 18. September 2008

Suspendierung bedeutet Belohnung


Im Rahmen der aktuellen weltweiten Finanzkrise sind als "erste Konsequenzen" zwei Vorstandsmitglieder der KfW "vorläufig" suspendiert worden. Hier wird den Menschen von den Medien Sand in die Augen gestreut:

Eine Suspendierung ist keine Entlassung. Nach einer Entlassung muss der Betroffene nach einer neuen Stelle suchen, um sich seine finanzielle Grundlage zu sichern. Bei einer Suspendierung wird der betroffene Arbeitnehmer lediglich von der Pflicht entbunden, seine Arbeitsleistung zu erbringen. Sein Gehalt erhält er während dieser Zeit auch weiterhin. Oder anders ausgedrückt: Verantwortliche Vorstandsmitglieder werden hier für ihre Arbeitsleistung, Steuergelder in dreistelliger Millionenhöhe an ein bereits insolventes Unternehmen zu überweisen, mit der Fortzahlung ihrer Bezüge belohnt, ohne dafür "vorläufig" eine Arbeitsleistung erbringen zu müssen - Wiedergutmachung wird von ihnen offensichtlich nicht erwartet.

Wenn die herrschende Rechtsprechung auch davon ausgeht, dass Vorstandsmitglieder keine Arbeitnehmer sind, so werden sie (nicht nur hier) sicherlich als Arbeitnehmer betrachtet, weil die KfW der Rechts- und Finanzaufsicht des Bundesfinanzministeriums unterliegt.

Als Betroffener der Menschen verachtenden Hartz-Gesetze würde ich mich gerne eines Vergehens (ein im Grunde beschönigender Ausdruck für das, was die KfW sich erlaubt hat) schuldig machen, wenn ich dafür mit Suspendierung bestraft würde. In meinem Fall hieße das konkret: Ich erhalte weiterhin mein Arbeitslosengeld II, bräuchte aber meine Arbeitsleitung während dieser Zeit nicht zu erbringen. Meine Arbeitsleistung wird etwas anders bezeichnet, nämlich als Eigenbemühungen.

Suspendierte Vorstände können ihre Arbeitsleistung nach einem Versagen durchaus weiter erbringen; Arbeitslose sind da viel abhängiger, weil sie in sehr vielen Fällen von solchen Versagern in den Vorstandsetagen und Geschäftsführungen abhängig sind.

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