Donnerstag, 4. September 2008

Mit der Wahrheit auf Kriegsfuß


Gerade die menschenfreundliche und wahrheitsliebende Bildzeitung unterstellt der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte Kriegsdienstgegner (DFG-VK) - der mit 116 Jahren ältesten und weltweit anerkannten deutschen Friedensorganisation -, sie würden mit einem Plakat den Tod eines Bundeswehrsoldaten feiern.

Für Bundesverteidigungsminister Jung ist das Plakat sogar "ein Schlag ins Gesicht unserer Soldaten, die ihr Leben für die Freiheit Deutschlands einsetzen". Seit wann wird die Freiheit Deutschlands aus dem Ausland bedroht? Und bitte schön - welches Land bedroht uns?

Der Wehrbeauftragte Robbe hält das Plakat in überheblicher und selbstherrlicher Weise für eine "menschenverachtende Geschmacklosigkeit".

Doch über diese Denk- und Redensweisen von Militärs und dem Militär nahestehenden Menschen wundere ich mich nicht:

Diese Leute verniedlichen doch jeden Krieg als Friedenseinsatz. Krieg ist Krieg! Wenn ich einen unschuldigen Menschen ermorden würde, um "meinen Frieden" zu haben, wäre ich ein Mörder und kein Friedenskämpfer.

Diese Leute leugnen schlichtweg, dass die meisten in einem Krieg ermordeten (und nicht getöteten) Menschen unschuldige Männer, Frauen und Kinder sind. Und diese Leuten maßen sich an, diese Morde als Kollateralschäden abzutun.

Machen wir uns doch nichts vor: Auch das "Gesicht unserer Soldaten" ist für die Verantwortlichen, die diese Menschen in den Krieg schicken, nichts anderes als Befehlsmasse, die unter Ausschaltung ihrer eigenen Denkfähigkeit und Verantwortung ihr Leben für eine Sache einsetzen (müssen), die nicht die ihre ist - auch wenn sie sich das von Oben einhämmern lassen.

Dieser Umgang mit dem Leben "unserer" Soldaten ist tatsächlich "menschenverachtende Geschmacklosigkeit, die nicht mehr zu überbieten ist".

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