Sonntag, 24. August 2008

Missbrauchte Kinder

Für das Schicksal von sexuell missbrauchten Kindern gibt es zu Recht eine hohe Sensibilität. Aber es ist nur ein Ausschnitt dieser breit gefächerten Thematik:

Wer spricht von den Schulkindern, die schon früh einem durch nichts zu rechtfertigenden Leistungsdruck unterworfen werden, um sie schon früh daran zu gewöhnen, dass der Wert eines Menschen in der Regel von einem krankhaften Leistungsdenken abhängig gemacht wird?

Wer spricht von den Kindern, denen sehr viel an Lebensperspektive genommen wird, weil ihre Eltern in einem reichen Land wie Deutschland von Arbeitslosengeld II (Hartz IV) leben müssen?

Wer spricht von den Kindern, die gefühlsmäßig missbraucht werden, weil Eltern sie als Partnerersatz missbrauchen?

Wer spricht von den Kindern, die von vielen Unternehmen als "Praktikanten" missbraucht werden, weil der Staat mit seiner Menschen verachtenden Sozial- und Arbeitsmarktpolitik dafür sorgt, dass diese Unternehmen lieber Kindersklaven einstellen als faire Ausbildungsplätze anzubieten. Ich spreche hier ausdrücklich nicht von kurzzeitigen Praktika, in denen die Jugendlichen schauen können, welches Berufsbild ihnen liegt. Und das Argument, hier handele es sich um Jugendliche und nicht um Kinder, lasse ich nicht gelten, weil auch Jugendliche noch Kinder sind – sie sind nicht nur in finanzieller Hinsicht von ihren Eltern noch abhängig.

Wer spricht von den Kindern, die geboren wurden, weil ihre Eltern auf diesem Weg ihre Beziehung retten wollten? Diese Kinder sind nur Mittel zum Zweck und glücklich zu schätzen, wenn ihre Eltern es schaffen, das zu erkennen und für ihre Kinder letztendlich doch noch Eltern zu sein, die ihre Kinder einfühlsam und engagiert auf ihrem Weg ins Leben begleiten.

Irgendwann habe ich mal davon gehört, dass vor dem (Grund-)Gesetz alle Menschen gleich seien. Doch dieser Gleichheitsgrundsatz erweist sich tagtäglich als Unwahrheit, weil gerade die heutigen "Nachfahren" der Väter des Grundgesetzes sich gegenseitig darin zu überbieten versuchen, sich selbst in einer Weise zu erhöhen, die ihnen schon allein aus menschlicher wie fachlicher Kompetenz nicht im Mindesten zukommt – ganz zu schweigen von dem Umstand, dass sie mit dieser Hochnäsigkeit die Prinzipien des Grundgesetzes sträflich und meines Erachtens auch vorsätzlich missachten.

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