Mittwoch, 21. Mai 2008

Diäten-Show

Da lese ich doch heute in einem großen deutschen Quotenblatt, die Politiker hätten dem Druck der Bürgermehrheit nachgegeben und würden sich jetzt weiterhin mit 7.339 Euro im Monat begnügen. Verlogener geht es kaum noch: Die Politiker haben noch nie einer Bürgermehrheit nachgegeben. Ansonsten gäbe es keinen Sozialabbau auf breiter Front, während gleichzeitig die Reichen durch Steuerabbau, Steuersubventionen und andere Vergünstigungen immer reicher und mächtiger gemacht werden. Ansonsten gäbe es keine tatsächlichen Rentenkürzungen, während zugleich die Politiker-Pensionen weiter steigen. Und ansonsten gäbe es die Hartz-Gesetze (benannt nach einem vorbestraften Wirtschaftsboss) schon lange nicht mehr - ein Gesetzespaket, das den großflächig angelegten Sozialabbau wesentlich untermauert.

Wichtig zu wissen in diesem Zusammenhang: Nur die Bundestagsabgeordneten verzichten auf ihre Diätenerhöhungen, nicht jedoch die Minister. In einem Interview widersprach ein Bundestagsabgeordneter dem Nachgeben auf Grund der Bürgermehrheit mit den Worten Was nützen mir 1.000 Euro mehr, wenn ich nicht wiedergewählt werde. Dann habe ich ja nichts davon.

Sich mit 7.339 Euro im Monat zu begnügen, ist Zynismus in Reinkultur. Von diesem Betrag könnte ich mich in vollen Zügen vergnügen.

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