Donnerstag, 3. April 2008

Verhext

Der Monat März 2008 muss der Monat der Hexerinnen und Hexer gewesen sein:

Während mein Arbeitslosengeld um neun Prozent gekürzt wurde und ich nunmehr sehen muss, wie ich nach Abzug meiner Miete mit 347 Euro im Monat über die Runden komme, kommen mir und der großen Zahl der finanziell verarmten Menschen keine Behörde, kein Einzelhandel, kein Unternehmer, kein Gastronom und auch kaum ein Arzt entgegen.

Als nur ein Beispiel (das mich zum Schreiben dieses Beitrags "angeregt" hat) sei ein ganz großer deutscher Discounter genannt, der den Preis für das billigste Paket Margarine von heute auf morgen um sage und schreibe 36 Prozent erhöht hat. Und es handelt sich hierbei nicht um ein Luxusgut, sondern um ein Grundnahrungsmittel, auf das ich nicht verzichten kann, möchte ich mein Brot nicht trocken verzehren.

Wenn das so weiter geht - und ich sehe keine "Wende" am Horizont - werden sich Menschen wie ich überlegen müssen, ob sie zu Dieben und Betrügern werden oder ob sie seelisch, geistig und körperlich verhungern. Und dann gibt es noch eine dritte - wenn auch zugleich die schwierigste - Möglichkeit: Sich selbst nicht aufzugeben und sich so seine eigene menschliche Würde zu erhalten im Kampf gegen die Mächtigen in Wirtschaft und Politik und die Gleichgültigkeit und Resignation vieler Mitmenschen.

Das hört sich zwar hoch trabend an, ist meines Erachtens aber unumgänglich, um vor sich selbst nicht auszuspucken!

1 Kommentar:

  1. Diese Aufmerksamkeit fehlt den meisten Leuten. Wer rechnet sich schon aus, um wieviel Prozent die Margarine im Preis erhöht wurde? Ich finde, man sollte solchen Dingen mehr Aufmerksamkeit schenken. Aber viele Menschen resignieren einfach nur. Sie haben das "was kann ich schon dagegen tun?" zu sehr verinnerlicht.

    Beste Grüße
    Claudia

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