Dienstag, 15. April 2008

Positives Denken

Mir wird immer wieder vorgehalten, ich sei ein negativ denkender und pessimistischer Mensch. Doch wer meine Worte aufmerksam liest, wird feststellen, dass das eine Fehleinschätzung ist. Trotz all der schlechten und schmerzhaften Erfahrungen bin ich ein optimistisch denkender und handelnder Mensch.

Mit über 50 Jahren habe ich noch meine Kraft in eine zweijährige Umschulung investiert, die ich auch erfolgreich abgeschlossen habe. Dass ich dann keine Anstellung gefunden habe – bis auf eine Mitschülerin ist es allen aus dem Kurs so ergangen – liegt nicht an mir.

Vor dieser Umschulung hat mir meine damalige Sachbearbeiterin bei der Arbeitsagentur gesagt: "So einen Menschen wie Sie habe ich selten erlebt. Sie sind seit weit über zehn Jahren arbeitslos und haben den Kopf immer noch nicht in den Sand gesteckt." Und ich werde ihn auch bis ins Rentenalter hinein nicht in den Sand stecke.

Das heißt in erster Linie auch, dass ich tagtäglich versuche, mich nicht in meine Wohnung zu verkriechen, sondern am Leben teilzunehmen. Das ist mit Arbeitslosengeld 2 (Hartz IV) eine Kunst für sich.

Das Leben besteht nicht nur aus Arbeit, um sein Auskommen zu haben. Es gibt nun mal Millionen Menschen, denen dieses Grundrecht verweigert wird. Und es gibt nun mal auch Menschen wie mich, die seit über zehn Jahren kämpfen und die sich wenigstens ihre Lebensqualität nicht nehmen lassen wollen.

Dass ich dabei auf viele Wünsche verzichten muss, ist mir klar: Lebensqualität ist oft nur für Menschen mit Geld möglich (z.B. Kultur, Urlaub). Dasselbe gilt für gemeinsame Unternehmungen. Auch auf Kontakte muss ich aus diesem Grund oft verzichten.

Auch wenn das schmerzt, meine Lebensqualität lasse ich mir dennoch nicht nehmen und werde sie in meinem bescheidenen Rahmen weiter leben.


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