Donnerstag, 10. April 2008

Abfindungen für Nokia-Beschäftigte

Die Nokia-Beschäftigten werden mit gerade mal 2,8 Prozent des Profits abgefunden, den genau diese Beschäftigten für Nokia Deutschland erarbeitet haben. Da kann man Abfindung ja wirklich wörtlich nehmen: sie haben sich abzufinden, sie werden ruhig-gestellt. Doch das soll hier gar nicht mein Thema sein.

Sehr viele dieser Menschen werden in die Arbeitslosigkeit gehen und ein Jahr später von Arbeitslosengeld 2 leben müssen. Es darf wohl davon ausgegangen werden, dass die meisten von ihnen ihre Abfindungen sparsam verwenden. Und spätestens mit dem Bezug von Arbeitslosengeld 2 wird ihnen die dann noch verbleibende Abfindung auf ihr Arbeitslosengeld angerechnet und sie sind erneut die Betrogenen!

Ob der Betriebsrat - der angeblich von den Schließungsplänen weder gewusst noch etwas geahnt haben will - wohl so klug und weitsichtig war, in Verhandlungen mit der ARGE diesen erneuten Betrug an den Geschassten auszuschließen?

Ich habe da meine äußersten Bedenken. Doch sollte ich mich geirrt haben - ich würde mich freuen.

1 Kommentar:

  1. Betrug. Das scheint mittlerweile gesellschaftsfähig zu werden, wie sonst soll man denn auch den ungenierten Griff des Staates in die Taschen seiner Bürger bezeichnen? Das fängt doch damit an, dass die Absicherung fürs Alter futsch ist, sollte man seine Arbeit verlieren und keine neue mehr finden. Ein Stichwort ist noch die Abgeltungssteuer. Gut für reiche Unternehmer. Doch die bilden nicht den Sockel unserer Gesellschaft. Der Soli, ursprünglich mal für ein Jahr geplant, geht nun ins (glaube ich) 16. Jahr. Die Solidarität kommt nur nicht dort an, wo sie notwendig ist, Gelder werden zweckentfremdet. Selbstverständlich verhält sich dann auch Nokia nicht ritterlich. Dann werden auch noch die Betriebsräte "gekauft". Ob im Fall von Nokia weiß ich nicht, aber im Fall Aldi Nord und Siemens. Wie soll man eigentlich noch in den Staat vertrauen? Großen Unternehmen, Banken und Versicherungen kann man sowieso nicht trauen. Aber auch hier verschließen die Menschen ihre Augen und machen dicht. Das allzu bekannte "ich kann ja eh nichts machen" ist ja auch bequem.

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