Donnerstag, 10. Januar 2008

Bizarre Entscheidung

Die umstrittene Kohlenmonoxid-Pipeline des Leverkusener Bayer-Konzerns von Dormagen nach Krefeld ist ein Projekt, das einzig und allein den Interessen einer Firma dient.

Dennoch unterstützt der DGB NRW diese Pipeline mit derselben Argumentation, die die Arbeitgeberseite benutzt, um ihre Interessen politisch durchzusetzen – mit dem scheinheiligen Argument des Erhalts von Arbeitsplätzen. Wenn dem wirklich so wäre, so muss gefragt werden, warum trotz mäßiger Tarifforderungen in den letzen Jahren weiter Arbeitsplätze abgebaut werden.

Das jedoch hat oder will der DGB NRW nicht begreifen. Auf derselben Grundlinie – es gehe um 80.000 Arbeitsplätze in der Kunststoffindustrie – stellt sich der DGB NRW hier hinter die Interessen des Bayer-Konzerns. Wenn es in dieser Industrie demnächst zum Arbeitsplatzabbau kommen wird, wird der DGB wieder große Kinderaugen machen und sich wundern, woher denn dieser Arbeitsplatzabbau schon wieder kommt.

Die Gewerkschaften haben nun mal das Problem, Angst vor wirklichen Arbeitskämpfen zu haben, Sie beugen sich lieber den von Wirtschaftsmanagern und Politikern erfundenen "Sachzwängen" als selbst nicht nur in Worten aktiv zu werden. Statt Bayer aufzufordern, für die unnötigen Kosten dieser Pipeline neue Arbeitsplätze zu schaffen, verharren sie nach wie vor in dem Gewerkschaftsmotto Lass mal ruhig die "Gegen"-seite agieren, wir re-agieren dann schon.

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, wollt Ihr den DGB und seine Einzelgewerkschaften langfristig tatsächlich an die Wand fahren?!?

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