Sonntag, 28. Oktober 2007

"Wie geht es Dir?"

Diese Frage wird mir oft in meiner Stammkneipe gestellt und auch von Menschen, denen ich begegne. Für mich ist das eine ernsthafte Frage, die meine Teilnahme am Leben meines Gegenübers ausdrückt. Und wenn ich diese Frage stelle, habe ich auch Konzentration und Zeit für meinen Mitmenschen.

Nicht jedoch die oben erwähnten Menschen – sie haben kein ernsthaftes Interesse an meinem Leben und benutzen diese Frage als hohle Floskel. Und versuche ich hin und wieder eine ernsthafte Antwort, so sind diese Menschen schneller wieder verschwunden als sie die Frage ausgesprochen haben.

Es ist ein Ausdruck der Oberflächlichkeit unserer Zeit. Unsere Zeit ist so von Hektik, Gleichgültigkeit und mangelndem Denkvermögen geprägt, dass die Konzentration und Aufmerksamkeit auf die Mitmenschen dabei verloren geht. Traurig auch, dass vielen Menschen die Fähigkeit fehlt, sich auf ihre Mitmenschen einzulassen, sich einzufühlen und sie denkend, fühlend und sprechend kennen zu lernen.

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