Mittwoch, 10. Oktober 2007

Ist die Forderung nach 30 % mehr Gehalt überzogen?

Die Forderung nach 30 % mehr Gehalt – wie es die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer zurzeit fordert – ist keinesfalls überzogen. Beziehen doch die Vorstandsmitglieder der Bahn nicht nur Bezüge in Millionenhöhe. Seit Mehdorn sind deren Bezüge in einem Ausmaß gewachsen, in dem 30 % nur "Peanuts" sind.

Und die Vorstandsbezüge und die Gehälter der Bediensteten sind keineswegs zwei Paar, sondern nur ein Paar Schuhe: Immerhin werden beide aus der derselben Kasse gezahlt.

Schaut man sich die Leistungen beider Gruppen an, so müssten die Bediensteten der Bahn Millionengehälter beziehen, weil sich ohne deren "am Gemeinwohl des Unternehmens orientierte" Leistungen die Vorstände nicht die eigenen Taschen füllen könnten. Und die Vorstandsmitglieder müssten mit Hungerlöhnen abgespeist werden, weil sie zwar Leistung bringen, aber nicht für sich, sondern für ihre Taschen. Jeder Bedienstete, der so handeln würde, bekäme die fristlose Kündigung, einen Strafprozess wegen Unterschlagung und Regressforderungen des Bahn-Vorstands.

Es geht hier auch nicht – obwohl es vordergründig so dargestellt wird – um finanzielle Forderungen. Es geht schlichtweg um Macht! Die Bahn verfügt über genug Geld, um 30 % mehr Gehalt für alle Bediensteten zu zahlen.

Solange die Gewerkschaften – unabhängig von ihrer Zugehörigkeit zum DGB oder nicht – bei ihren Lohnforderungen die Vorstands- und Managerbezüge außen vor lassen, solange fechten sie nur Scheingefechte gegen ihre Arbeitgeber. Erst wenn sie diesen Bereich als ein einziges Thema behandeln, können sie tatsächliche Erfolge erzielen.

Die nicht minder wichtigen Forderungen nach Neueinstellungen als aktiven Beitrag gegen Sozialabbau und Arbeitslosigkeit möchte ich hier nur am Rande erwähnen.

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