Montag, 17. September 2007

Zweifelhafte Gewerkschaftsbräuche

Es ist eine Unsitte auf Gewerkschaftskongressen, die ohnehin knapp bemessene Zeit mit den Reden von Politikern zu vergeuden, anstatt diese Stunden in die notwendigen Auseinandersetzung um inhaltliche Positionen und Strategien gegen Arbeitsplatz- und Sozialabbau zu investieren.

Es gibt einfach keine Partei, die in ihren Taten auf Seiten der Arbeitnehmer und Arbeitslosen steht – weder CDU noch SPD noch FDP noch Die Linke.

In diesem Zusammenhang ist es reiner Zynismus, dass viele führende Gewerkschafter (führende) Positionen in den Parteien innehaben, deren Politik sie in Worten bekämpfen.

Für viele mag diese Meinung eines langjährigen Gewerkschafters gewerkschaftsfeindlich sein. Ich will nicht runter machen, sondern zu offener und ehrlicher Selbstkritik auffordern. Denn ohne das kompromisslose Eingestehen von Versäumnissen und Fehlern sind keine Erfolge im engagierten Kampf gegen Arbeitsplatz- und Sozialabbau möglich.

Solange die Gewerkschaften – um nur ein Beispiel zu benennen – die von ihnen mit zu verantwortenden Hartz-Gesetze nur "optimieren" und nicht wieder beseitigen wollen, haben sie jegliche Glaubwürdigkeit im Kampf gegen Armut verloren.

Wer aber weiter an dem Ast sägen will, auf dem er sitzt….

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen